Urbane Lebenskonzepte der Zukunft

Ein Streifzug durch die Stadt von morgen

Für Experten besteht kein Zweifel: Die Zukunft ist urban. In wenigen Jahrzehnten wird ein Großteil der Menschheit in der Stadt leben. Bereits im Jahr 2030 soll es rund um den Globus 43 sogenannter Megacitys geben – Städte mit mehr als zehn Millionen Einwohnern. Doch wie könnte das Leben in den wachsenden Metropolen aussehen und wie lassen sich damit einhergehende Herausforderungen erfolgreich meistern?

Urbane Zukunft:
Die Heraus­for­der­ungen

Mehr und mehr Menschen zieht es in die Städte. Laut einem Bericht der Vereinten Nationen werden im Jahr 2050 zwei Drittel der Weltbevölkerung im urbanen Raum leben. Diese rasante Entwicklung bleibt nicht ohne Folgen: Bestehende Großstädte werden massiv wachsen, neue Metropolen werden entstehen. Der Bevölkerungs-Boom konfrontiert die Städte in Sachen Logistik, Energieversorgung und Mobilität mit vielfältigen neuen Fragestellungen.

Wie lassen sich diese Aufgaben bewältigen und vor allem: Wie können wir lebenswerte Städte der Zukunft schaffen? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, wurde The Sooner Now gegründet. Die Initiative von MINI Deutschland und Freunde von Freunden bietet seit 2016 ein Forum, um mit Experten aus Architektur, Politik, Technologie und weiteren Disziplinen über die Herausforderungen sowie Chancen des (groß)städtischen Alltags von morgen zu diskutieren. Hier werden kreative Ideen vorgestellt, mit denen sich die Stadt der Zukunft gestalten lässt.

Leben auf klei­ne(re)m Fuß: Neue Raumlö­sungen

Eines der größten Probleme der wachsenden Städte liegt im steigenden Bedarf an Wohnraum. Um den verfügbaren Platz in den Städten effizient zu nutzen, sind neue architektonische Lösungen gefragt. In Metropolen wie Tokio, London und New York zeichnet sich schon heute ein Trend zum kompakten Wohnen ab: Hochfunktionale Miniatur-Wohnungen ermöglichen es minimalistischen Städtern, auf wenigen Quadratmetern zu wohnen, zu essen, zu arbeiten und zu schlafen. Auch die Idee, Wohn- und Arbeitsräume sowie Gärten für eine gemeinschaftliche Nutzung zu öffnen, wird als Wohn- und Lebenskonzept der Zukunft verhandelt. Ein Projekt von MINI Living in Shanghai zeigt, wie das aussehen könnte: Ein sich über 8.000 Quadratmeter erstreckender Co-Living-Komplex vereint Apartments, Arbeitsbereiche sowie gemeinsame Freizeitareale unter einem Dach. Auch in anderen Städten ist das Co-Living-Projekt in Planung.

Doch was tun, wenn der Platz in der Stadt immer enger wird? Eine Lösung könnte laut einigen Zukunftsforschern in einer schwimmenden Architektur liegen: Auf riesigen Schwimmplattformen, sogenannten Pontons, könnten in großen Seen sowie in den Ozeanen Gebäudekomplexe bis hin zu ganzen Siedlungen errichtet werden. Ein erster Schritt ist mit den Floating Homes schon getan, die derzeit beispielsweise in Hamburg und Amsterdam entworfen werden. Die Wohneinheiten werden in Ufernähe auf dem Wasser gebaut. Von dort aus sind sie an die städtische Energieversorgung angeschlossen. Visionäre träumen von komplexen schwimmenden Kolonien, die sich autark mit Strom versorgen.

Anteil der
Weltbe­völker­ung
in Gross­städten
bis 2050

29,6% // 1950
33,8% // 1960
36,6% // 1970
39,3% // 1980
43,0% // 1990
46,7% // 2000
51,7% // 2010
56,2% // 2020
60,4% // 2030
64,5% // 2040
68,4% // 2050

Gesell­schaft­liche Teilhabe in der digitalen Stadt

Bedeutet die zunehmende Urbanisierung, dass immer mehr Menschen in Anonymität und Vereinzelung leben werden? Nicht unbedingt. Denn gerade die Stadt der Zukunft eröffnet vielfältige Chancen, um sich in neuen Communitys zu vernetzen und zu beteiligen: Das kann die Gründung eines Online-Netzwerks für die unmittelbare Nachbarschaft sein, aber auch eine größere Plattform, in der sich Bürger organisieren, gegenseitig Hilfe anbieten und über Neuigkeiten auf dem Laufenden halten. Auch die Kommunikationswege zu Ämtern und Entscheidungsträgern lassen sich mit digitalen Bürgerplattformen deutlich abkürzen. Die Stadt der Zukunft kann so gerade älteren Menschen eine bessere gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen.

Städte in Bewe­gung:
Mobili­täts­kon­zepte der Zukunft

Keine Stadt ohne Bewegung – in den Metropolen der Zukunft werden innovative Mobilitätskonzepte eine tragende Rolle spielen. Schließlich wollen auch die Bewohner künftiger Megacitys flüssig durch den Verkehr kommen. Als Antwort auf die Anforderungen der wachsenden Städte wurde bereits in den 1950er-Jahren die Idee eines urbanen Stadtautos geboren, das seinen Fahrer schnell ans Ziel bringt. So konzipierte Alec Issigonis im Jahr 1959 den ersten MINI – ein wendiges Fahrzeug, das optimal an die Verkehrssituation in den Innenstädten angepasst ist. Das Leitmotiv, das Issigonis dabei verfolgte, gilt heute mehr denn je: „Creative Use of Space – die maximale Nutzung von minimalem Raum“.

Das Motto von Alec Issigonis ist aktueller denn je: „Creative Use of Space – die maximale Nutzung von minimalem Raum“.

Anknüpfend an die Ideen des Visionärs Issigonis steht heute der erste vollelektrische MINI in den Startlöchern: Der MINI Electric bewegt sich flexibel, energieeffizient und geräuscharm durch die Stadt der Zukunft.

Trend: Urbane
Lebens­mit­teler­zeu­gung

Wenn sich das Stadtgebiet ausdehnt, wird der Weg aus dem Stadtinneren in die ländlichen Regionen weiter. Um auch in Zukunft auf lokale Lebensmittel zurückgreifen zu können, die keine langen Transportwege zurücklegen müssen, setzen immer mehr Unternehmen und Privatpersonen auf eine urbane Lebensmittelerzeugung – das Urban Gardening beziehungsweise Urban Farming. Kleinste ungenutzte Flächen im Stadtgebiet werden zum Anbau von Obst und Gemüse, aber auch für die Tierhaltung und Imkerei umfunktioniert. Visionäre sprechen sogar von der Idee der essbaren Stadt: Öffentliche Flächen könnten mit Nutzpflanzen begrünt werden, an denen sich Stadtbewohner frei bedienen dürfen.

Müllbe­sei­tigung in der Megacity

Überquellende Mülleimer und verschmutzte Straßen: In vielen Millionenstädten sind diese Bilder heute Realität. Damit die Stadt der Zukunft ein besserer und sauberer Ort wird, arbeiten Stadtplaner und Software-Entwickler an einem intelligenten Abfallmanagement. Es gibt unterschiedliche Ansätze, den Abfall insgesamt zu reduzieren, doch auch smarte Technologien können zur Problemlösung beitragen. Bereits heute ist es möglich, öffentliche Mülleimer mit speziellen Sensoren auszustatten, die den Füllstand des Containers elektronisch übermitteln. In der Smart City der Zukunft könnten digitale Abfallbehälter zur Norm werden: Sie informieren das zuständige Reinigungspersonal punktgenau darüber, wann sie geleert werden müssen. Damit lassen sich die Routen effizient planen und die Gehwege bleiben sauber.

The Sooner Now:
Die Stadt von morgen wird heute gemacht

Von der intelligenten Stadtplanung über neue Vernetzungsformen hin zu innovativen Mobilitätskonzepten: Die wachsenden Städte verlangen jede Menge Forschergeist, Einsatz und Kreativität. Aus diesem Grund bringt die Initiative The Sooner Now Vordenker zusammen, um einen Dialog über Zukunftskonzepte anzustoßen. Die Online-Plattform vertieft die Diskussion mit spannenden Artikeln und Podcasts über das urbane Leben der Zukunft. Mehr zur Stadt von morgen gibt es hier zu entdecken!